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Anlage 2 zur AVV — Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM)

Korrektur 2026-08-01: Region am laufenden System verifiziert (Railway x-railway-edge: ams1 = Amsterdam; Atlas-Replica-Set-Host löst nach Frankfurt am Main auf). Frühere Angaben "US-West (Oregon)" waren unzutreffend; eine Drittlandsübermittlung findet für diese beiden Dienste nicht statt.
Korrektur 2026-08-01 (2): Login-Rate-Limit §5.1 am Code verifiziert. Die frühere Angabe "5/h pro IP" beschrieb eine Maßnahme, die so nie implementiert war; tatsächlich gelten zwei Buckets (5/15 min pro E-Mail, 30/15 min pro IP). Redaktionelle Richtigstellung einer bestehenden Maßnahme — keine Änderung der Verarbeitung, daher keine Mitteilung nach Art. 28(2).

Stand: 2026-08-01 · Version 2.5 Bezug: Anlage zu AVV-template-DE.md §5 (Art. 32 DSGVO) Verantwortlicher / Auftragsverarbeiter: Oleksandr Chornous (Boncard), Drewerstraße 5, 59602 Rüthen

1. Zweck und Bezug zum Standard-Datenschutzmodell (DSK SDM 3.1a)

Diese Anlage konkretisiert die technischen und organisatorischen Maßnahmen gemäß Art. 32 DSGVO, die Boncard als Auftragsverarbeiter ergreift, um die Sicherheit der Verarbeitung im Auftrag des Verantwortlichen zu gewährleisten. Sie ist verbindlicher Bestandteil der AVV.

Die nachfolgenden Maßnahmen werden den sieben Gewährleistungszielen des Standard-Datenschutzmodells der Datenschutzkonferenz (DSK SDM 3.1a, aktuelle redaktionelle Fassung) zugeordnet, um die Prüfbarkeit gegenüber Aufsichtsbehörden zu erleichtern:

SDM-GewährleistungszielAbgedeckt in TOM-Abschnitt
Verfügbarkeit (V)§4 (Verfügbarkeitskontrolle, Wiederherstellbarkeit), §5 (Belastbarkeit)
Integrität (I)§3 (Übertragungs- und Eingabekontrolle, Webhook-HMAC, Audit-Log)
Vertraulichkeit (C)§2 (Zugangs-, Zugriffs-, Weitergabekontrolle), §2.6 (Personalvertraulichkeit), §7 (Verschlüsselung)
Datenminimierung§8 (Privacy by Design / by Default — Datenminimierung, Pflichtfelder reduziert)
Transparenz§2.4 (Audit-Log), §10 (ROPA, DPIA, Vorfall-Register), AVV-Subunternehmer-Klausel (§5 der Online-AVV / §6 der Offline-Vorlage) — Subprozessor-Transparenz
Intervenierbarkeit§9 (Löschpflichten Art. 17), §8 (Datenexport Art. 20), Owner-vermittelte Anonymisierung via /admin/customers/[id] (Art. 17/18/19/20/21), Kundeninquiry-Playbook
Unverkettbarkeit§7 (Pseudonymisierung, Mandantentrennung), §7.4 (Schlüsseltrennung gem. EDPB Guidelines 01/2025)

2. Vertraulichkeit (Art. 32(1)(b))

2.1 Zugangskontrolle (physisch)

2.2 Zugriffskontrolle (logisch)

2.3 Weitergabekontrolle

2.4 Eingabekontrolle

2.5 Auftragskontrolle und Subprozessor-Liste

#SubprozessorZweckSitzDue-Diligence-Methodik
1Railway Corp.Hosting der Next.js-Anwendung, Runtime, LogsSan Francisco, USANicht DPF-zertifiziert — Transfergrundlage ausschließlich Art. 46 DSGVO i. V. m. EU-SCC 2021/914 (DPA des Anbieters); SOC 2 Typ II Report angefordert und gesichtet; ergänzende Maßnahmen und Risikobewertung in TIA-001 (docs/legal/TIA-Annex-DE.md)
2MongoDB, Inc. (Atlas)Datenbank-Hosting (Plattform-DB + Tenant-DBs)Unternehmenssitz New York, USA / Speicherort: EU (Frankfurt am Main, Deutschland) — am laufenden System verifiziert 2026-08-01DPF-Selbstzertifizierung laut Anbieterangabe; eigene jährliche Verifikation noch offen (Operator-Duty DPF_RECHECK_DUE, dpfVerifiedAt in src/lib/legal/subprocessors.ts bewusst ungesetzt); ISO 27001 + SOC 2 Typ II Berichte über Atlas Trust Center abrufbar und gesichtet; Encryption-at-Rest (AES-256) vertraglich zugesichert; EU-SCC 2021/914 als Fallback
3Resend, Inc.Transaktionaler + LEGAL_NOTICE-E-Mail-Versand inkl. Bounce-/Complaint-WebhooksSan Francisco, USADPF-Selbstzertifizierung laut Anbieterangabe; eigene Verifikation noch offen (Operator-Duty DPF_RECHECK_DUE); SOC 2 Typ I Report gesichtet (Typ II angefordert); HMAC-Webhook-Signierung mit timingSafeEqual; EU-SCC 2021/914 als Fallback
4Cloudflare, Inc. (R2)S3-kompatibler Objektspeicher: Tenant-Logos (Branding) sowie verschlüsselte tägliche Voll-Backups der Datenbank (14 Tage rollierend, Disaster Recovery). Diese Backups enthalten sämtliche Endkunden-Daten.Unternehmenssitz San Francisco, USA / Speicherort: EU — jurisdiktionaler Bucket (R2_JURISDICTION=eu, Endpunkt <account>.eu.r2.cloudflarestorage.com)DPF-Zertifizierung verifiziert; ISO 27001 + ISO 27018 + SOC 2 Typ II Berichte über Cloudflare Trust Hub gesichtet; EU-SCC 2021/914 als Fallback
5Google LLC (Google Wallet API)Ausstellung und Aktualisierung digitaler Wallet-Karten (Google Wallet Pass Objects)Mountain View, USADPF-zertifiziert (Google LLC, Selbst-Zertifizierung); EU-SCC 2021/914 als Fallback. Übermittelte Kategorien: Karten-Code, Punktestand, Betriebsname, Logo, Farbe — keine Kontaktdaten der Endkunden. Seit 2026-07-20.

Due-Diligence wird jährlich wiederholt; Auffälligkeiten oder Zertifikatsverlust lösen Subprozessor-Review (siehe §2.5 Notfall-Wechsel) aus. Nachweisdokumente werden lokal archiviert (C:\Users\New\Documents\Boncard-Legal\subprocessor-due-diligence\).

TIA-Register: Die Transfer Impact Assessments für sämtliche Drittlandtransfers werden in docs/legal/TIA-Annex-DE.md geführt: TIA-001 Railway Corp. (verpflichtend, da SCC-only ohne DPF), TIA-002 MongoDB Atlas, TIA-003 Resend, TIA-004 Cloudflare R2, TIA-005 Google LLC (Google Wallet API). Die Liste muss jeden Subprozessor aus §2.5 abdecken — sie endete bei TIA-004, während Google bereits als #5 geführt wurde.

2.6 Personal-Vertraulichkeit (Art. 28(3)(b) i. V. m. Art. 29 DSGVO)

Inhaber Oleksandr Chornous als einzige verarbeitende Person verpflichtet sich gem. Art. 28(3)(b) DSGVO i. V. m. Art. 29 DSGVO auf die Vertraulichkeit der personenbezogenen Daten. Bei zukünftiger Einstellung von Mitarbeitern wird vor Zugriff eine schriftliche Vertraulichkeitsvereinbarung unterzeichnet.

3. Integrität (Art. 32(1)(b))

3.1 Übertragungskontrolle

3.2 Incident-Response Timeline (Art. 33 DSGVO)

PhaseFrist nach ErkenntnisPflicht / Maßnahme
T+0hErkennungVorfall im incident_register (/superadmin/compliance/incidents/new) anlegen — Status OPEN, Risiko LOW/MEDIUM/HIGH einstufen.
T+4hProzessor-Leg (Art. 33(2))Für PLATFORM_PROCESSOR-Vorfälle ohne controllersNotifiedAt versendet cron-incident-watchdog (alle 4 h, src/app/api/cron/incident-watchdog/route.ts) eine URGENT-Warn-E-Mail an OPERATOR_ALERT_EMAIL: betroffene Verantwortliche (Tenants) sind „ohne unangemessene Verzögerung" zu benachrichtigen.
T+12hErste Eskalation (frühe Warnung)derselbe Cron versendet Warn-E-Mail für alle OPEN-Vorfälle mit MEDIUM/HIGH-Risiko, die nicht an LDI NRW gemeldet sind.
T+48hZweite Eskalation (URGENT)derselbe Cron eskaliert den Betreff auf URGENT: GDPR breach deadlines — … action(s) overdue. Inhaltlicher Endspurt zur Meldungserstellung.
T+72hHarte Frist Art. 33(1) DSGVOMeldung an LDI NRW über das Online-Meldeportal https://www.ldi.nrw.de/datenschutz-melden. Bei Fristüberschreitung Begründung gem. Art. 33(1) S. 2 DSGVO beifügen.
ggf. T+72h ff.Art. 33(4) DSGVONachgehende Update-Meldungen bei neuen Erkenntnissen; Eintrag im incident_register ergänzen.
ggf. parallelArt. 34 DSGVOBei „hohem Risiko" für Rechte und Freiheiten der Betroffenen: separate Benachrichtigung der Datensubjekte (LEGAL_NOTICE-E-Mail-Kanal, Vorlagen unter src/lib/emails/).

Vorlagen und Referenzdokumente:

4. Verfügbarkeit (Art. 32(1)(b))

4.1 Verfügbarkeitskontrolle

ausschließlich manuell ausgelöste On-Demand-Snapshots; Tier M10+ liefert kontinuierliche Cluster-Backups mit Point-in-Time-Recovery.

Beta-Phase: M0 (512 MB Hard-Limit, manuelle Snapshots).

Restore-Drill protokolliert in docs/legal/BCP-DRP-DE.md §3.

4.2 Wiederherstellbarkeit

5. Belastbarkeit (Art. 32(1)(b))

5.1 Skalierungs- und Rate-Limit-Maßnahmen

5.2 Patch-Management

Schwachstellen in Third-Party-Abhängigkeiten werden über einen mehrstufigen Prozess erkannt und behoben:

6. Wirksamkeit & Überprüfung (Art. 32(1)(d))

7. Pseudonymisierung & Verschlüsselung (Art. 32(1)(a))

7.1 Verschlüsselung in Transit

7.2 Verschlüsselung in Ruhe

7.3 Pseudonymisierung

7.4 Pseudonymisierung — Schlüsseltrennung (EDPB Guidelines 01/2025)

Pseudonymisierung im Sinne von Art. 4(5) DSGVO setzt nach den EDPB Guidelines 01/2025 on Pseudonymisation voraus, dass der „lookup key" (die Zuordnungstabelle zwischen Pseudonym und Klartext-Identität) separat und mit gesondertem Zugriffsschutz verwahrt wird. Boncard implementiert diese Schlüsseltrennung wie folgt:

7.5 Hashing

8. Datenschutz durch Technikgestaltung & Voreinstellungen (Art. 25)

9. Löschpflichten (BGH 11.11.2025)

10. Aufzeichnungs- und Beweispflichten

11. NIS2- und DORA-Statement

NIS2 (Richtlinie (EU) 2022/2555): Boncard fällt nicht unter NIS2. Begründung:

DORA (Verordnung (EU) 2022/2554 — Digital Operational Resilience Act): Boncard fällt nicht unter DORA, mangels Status als Finanzdienstleister im Sinne von Art. 2 DORA. Boncard ist weder Kreditinstitut, Zahlungsdienstleister, E-Geld-Institut, Investmentfirma, Versicherer noch sonstige in Art. 2(1)(a)–(t) DORA aufgeführte Entität und fungiert auch nicht als „critical ICT third-party service provider" gem. Art. 31 DORA, da keine Finanzdienstleister auf Boncard als Kerninfrastruktur angewiesen sind.

Sollte Boncard zukünftig Zahlungsfunktionen integrieren (z. B. Stripe-Subscription-Billing nach Gewerbeanmeldung), ist eine erneute DORA-Subsumtion vorzunehmen; die wahrscheinliche Einordnung wäre dann jedoch erneut „kein Adressat", weil Stripe selbst der DORA-pflichtige Zahlungsdienstleister wäre und Boncard reiner Stripe-Customer bliebe.

12. Aktualisierungs-Historie

2.5 — 2026-08-01

2.4 — 2026-08-01

*Wirksam: bei Annahme der AVV durch den Verantwortlichen · Letzte Überprüfung: 2026-06-12*

Diese Anlage ist verbindlicher Bestandteil des Auftragsverarbeitungsvertrags. Sie liegt nur auf Deutsch vor, da sie der deutschen Vertragsfassung folgt.